Ratgeber · Anschlussfinanzierung

Zinsbindung läuft 2028 aus – wann sollten Sie handeln?

Viele Baufinanzierungen wurden 2018 mit zehn Jahren Zinsbindung abgeschlossen – zu außergewöhnlich niedrigen Zinsen. 2028 endet diese Bindung. Wer jetzt plant, hat die besten Karten.

Von Holger Scharmann, Diplom-Ökonom · Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Warum 2028 für viele Eigentümer wichtig wird

Wer 2018 gekauft oder gebaut hat, hat sich meist Zinsen gesichert, wie es sie lange nicht mehr gab. Das heutige Zinsniveau liegt in der Regel deutlich darüber. Für viele heißt das: Die monatliche Rate kann nach dem Ende der Zinsbindung spürbar steigen – es sei denn, man plant rechtzeitig und vergleicht gründlich.

Schritt 1: Kennen Sie Ihre Zahlen

Bevor Sie Angebote einholen, brauchen Sie drei Angaben. Sie finden sie im Darlehensvertrag und auf dem jährlichen Kontoauszug Ihrer Bank:

  • Datum des Zinsbindungsendes – auf den Tag genau
  • Voraussichtliche Restschuld zu diesem Datum
  • Sondertilgungsrechte, die Sie bis dahin noch nutzen können

Schritt 2: Der richtige Zeitpunkt

  • Bis zu 5 Jahre vorher: Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich schon heute einen Zins für später sichern – gegen einen kleinen Aufschlag.
  • 12 bis 24 Monate vorher: Der ideale Zeitraum, um Angebote mehrerer Banken zu vergleichen und Unterlagen vorzubereiten.
  • Spätestens 6 Monate vorher: Entscheidung treffen. Wer zu lange wartet, hat oft nur noch das Angebot der Hausbank.

Endet Ihre Zinsbindung 2028, sind Sie also genau jetzt im richtigen Zeitfenster.

Was passiert mit Ihrer Rate? Eine Beispielrechnung

Nehmen wir eine Restschuld von 150.000 € an und eine gleichbleibende Tilgung von 2 % pro Jahr:

  • Bei 1,5 % Zins betrug die Rate rund 438 € im Monat.
  • Bei 4,5 % Zins sind es rund 813 € im Monat – also etwa 375 € mehr.

Die Zinssätze sind beispielhaft gewählt und kein Angebot. Ihre persönlichen Konditionen hängen von Restschuld, Beleihungswert, Einkommen und Zinsbindung ab.

Gut zu wissen: Die Rate lässt sich steuern – etwa über eine längere Laufzeit, eine angepasste Tilgung, eine Sondertilgung vor dem Wechsel oder einen vorhandenen Bausparvertrag. Hier lohnt sich eine gemeinsame Durchrechnung.

Das Angebot der Hausbank: nicht ungeprüft unterschreiben

Die meisten Banken schicken einige Monate vor Ablauf ein Verlängerungsangebot. Das ist bequem – aber nicht automatisch günstig. Schon kleine Unterschiede machen viel aus:

Bei 150.000 € Restschuld und 2 % Tilgung bedeuten 0,3 Prozentpunkte mehr Zins (4,8 % statt 4,5 %) über zehn Jahre rund 3.900 € zusätzliche Zinsen.

Ein Bankwechsel kostet dagegen meist nur einige hundert Euro für Notar und Grundbuch. Deshalb lohnt sich der Vergleich fast immer.

Checkliste: Diese Unterlagen sollten Sie bereitlegen

  • Aktueller Darlehensvertrag und letzter Jahreskontoauszug
  • Angebot Ihrer Hausbank (falls schon vorhanden)
  • Personalausweis und aktuelle Einkommensnachweise
  • Objektunterlagen: Grundbuchauszug, Wohnflächenberechnung, Fotos
  • Bei Selbständigen: letzte Steuerbescheide und aktuelle BWA

Fazit

Wenn Ihre Zinsbindung 2028 endet, ist jetzt der richtige Moment, sich einen Überblick zu verschaffen. Ein Vergleich kostet Sie wenig Zeit – kann aber über die nächsten Jahre mehrere tausend Euro sparen.

Über den Autor

Holger Scharmann ist Diplom-Ökonom und seit 2014 auf Baufinanzierung spezialisiert. Er berät unabhängig im Finanzierungscenter Stockelsdorf – persönlich im Raum Lübeck und bundesweit per Telefon und Video. Mehr über mich →

Wann endet Ihre Zinsbindung?

Schicken Sie mir kurz Ihr Zinsbindungsende – ich sage Ihnen, wann und wie sich ein Vergleich lohnt.

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